
8 unbeliebte Stolpersteine auf deinem Weg zur Autor*in und wie du sie meisterst!
Voller Tatendrang sitzt du vor deinem Laptop, deine Ideen sprudeln und dein Expertenbuch steht gedanklich schon halb im Buchregal deiner Leserinnen.
Doch nach den ersten Seiten macht sich Ernüchterung breit. Irgendwie läuft es nicht rund, deine Begeisterung lässt nach. Und während Tage und Wochen vergehen, wird die Ernüchterung so breit wie das Mississippi-Delta. Du fragst dich, woran es eigentlich liegt. Anfangs warst du doch so begeistert! Du warst der festen Überzeugung, du wirst es schaffen, denn dies ist schließlich DEIN Buch – dein wichtigstes Projekt in diesem Jahr! Und du erfüllst dir doch deinen Traum, den du schon lange … naja. Hattest.
Nach einigen Wochen passiert es dann: Du räumst mal wieder deinen Schreibtisch auf und dein Manuskript landet in der Schublade. Es liegt dir eh immer nur im Weg und kitzelt dein schlechtes Gewissen.
Klingt das vertraut für dich? Willkommen im Club – das passiert den meisten angehenden Autorinnen!
Als deine persönliche Schreibmentorin zeige ich dir heute acht typische Herausforderungen, die dich böse ausbremsen können. Keine Angst, natürlich gebe dir praktische Tipps an die Hand, wie du diese meisterst. Hol dir am besten einen Kaffee oder Tee, mach es dir bequem und lass uns gemeinsam durchstarten!
- Zu viele Ideen und keine Struktur
Kennst du das? Du hast so viele Ideen, dass dein Buchprojekt eher an ein chaotisches Brainstorming erinnert als an ein strukturiertes Manuskript. Der rote Faden? Vermutlich irgendwo verloren gegangen zwischen Kapitel eins und fünf.
Die Folgen: Nach wenigen Wochen verzettelst du dich. Du weißt nicht, welche Idee am besten wohin passt und welche du überhaupt schreiben sollst. Wo du anfangen sollst und wie du weitermachst. Du beginnst, dich zu wiederholen und weißt nicht mehr genau, was du schon thematisiert hast und was nicht.
Deine Leserinnen werden durch ein Gedankentohuwabohu nicht an die Hand genommen und durchs Thema geführt. Sie reagieren verwirrt, verlieren schnell die Lust am Weiterlesen, und dein Buch landet ungelesen im Regal.
Mein Tipp: Erstelle ein klares und übersichtliches Inhaltsverzeichnis. Schreib dir für jedes Kapitel Stichpunkte, worum es konkret gehen soll. Fokus ist das Zauberwort – konzentriere dich auf deine Kernthemen und packe Zusatzideen in eine Extra-Datei für später.
Ich packe meine ganzen Ideen und Infos auf Trello. So habe ich immer den Überblick über mein ganzes Buch.
- Zeitmangel: Zwischen Job und Alltag gefangen
„Ich fange morgen wirklich an!“ – sagte eine Kundin zu mir. Etwa 5-mal im Abstand von mehreren Wochen. Ja, der Alltag hat oft andere Pläne. Da kommt ein Kunde, ein Kind oder gar der Hund dazwischen. Das kennen wir alle. Aber dein Buch rutscht immer weiter nach hinten auf der Prioritätenliste.
Die Folgen: Dein Projekt zieht sich unnötig in die Länge. Deine Motivation und dein Schreibfluss leiden darunter erheblich. Du hast das Gefühl, du musst immer wieder von vorn anfangen. Es kostet dich eine Menge Energie, dich immer wieder neu aufzuraffen. Wie zum Joggen bei Sturm und Regen.
Mein Tipp: Setze dir kleine, regelmäßige Schreibfenster. 15 Minuten täglich bringen langfristig mehr, als einmal im Monat stundenlang verzweifelt auf den Bildschirm zu starren. Nutze feste Kalendereinträge und halte diese konsequent ein. Das ist deine Zeit! Mach das auch allen anderen Familienmitgliedern klar.
- Der innere Kritiker und Perfektionismus
Dein innerer Kritiker flüstert dir ständig ins Ohr, dass deine Texte nicht gut genug sind. Statt erst einmal draufloszuschreiben und Text zu produzieren, schreibst du nur ein paar wenige Sätze. Du überarbeitest dieselben Sätze zigmal – und kommst nicht voran.
Die Folgen: Du stagnierst, bist frustriert und verlierst deine natürliche Schreiblust. Du blockierst deinen eigenen Flow.
Mein Tipp: Erlaube dir den Mut zur Imperfektion. Schreib erst den Rohentwurf komplett fertig, bevor du überarbeitest. Lass den Kritiker erst dann ran, wenn der Text steht – vorher bekommt er Schreibverbot!
- Fehlende Klarheit über deine Positionierung
Du bist dir unsicher, was dein Buch besonders macht. Gibt es nicht schon genug Bücher zu deinem Thema? Warum sollte jemand dein Buch dann kaufen? Du arbeitest deine Positionierung aber nicht heraus.
Die Folgen: Dein Buch bleibt inhaltlich schwammig, und potenzielle Leserinnen erkennen nicht, warum gerade DEIN Buch wichtig für sie sein könnte.
Mein Tipp: Mach dir bewusst, welche persönlichen Erfahrungen und Geschichten du mitbringst. Genau das macht dein Buch einzigartig. Vertrau deiner Stimme und scheu dich nicht, Persönlichkeit zu zeigen! Übrigens, die meisten Menschen mögen keine perfekten Persönlichkeiten. Wenn du zeigst, dass du menschelst, werden deine Leser dich viel eher mögen. Du bist dann so wie sie.
- Zielgruppe unklar definiert
Du möchtest möglichst viele Menschen erreichen, aber deine Zielgruppe bleibt unklar – dein Buch wird zum Rundumschlag.
Die Folgen: Wenn du alle erreichen willst, erreichst du am Ende niemanden wirklich. Deine Texte bleiben vage und wenig überzeugend.
Mein Tipp: Stell dir deine ideale Leserin konkret vor. Was bewegt sie, was braucht sie, und welche Sprache spricht sie? Was denkt sie, was fühlt sie? In der Fachsprache spricht man vom Leser-Avatar, der stellvertretend für deine ganze Zielgruppe steht. Schreibe direkt für diese eine Person – dann fühlen sich viele Leserinnen angesprochen.
- Schwierigkeiten mit Storytelling
Dein Fachwissen ist beeindruckend, doch dir fällt es schwer, Emotionen und Storytelling in deine Texte einzubauen. Du weißt nicht, was „Show, don´t tell“ bedeutet und wie du es umsetzt.
Die Folgen: Dein Buch liest sich trocken und theoretisch. Deine Leserinnen verlieren schnell das Interesse.
Mein Tipp: Kombiniere fachliches Wissen und erzähle Geschichten. Schaffe für deine Leser Infotainment! Erzähle authentische Geschichten aus deiner eigenen Erfahrung oder Fallbeispiele aus deinem Alltag. Nichts wirkt stärker als reale Situationen, mit denen deine Leserinnen sich identifizieren können.
- Schwierigkeit, Fachwissen verständlich zu erklären
Je tiefer du in deinem Thema steckst, desto schwieriger wird es, dein Wissen einfach zu vermitteln. Du verlierst dich in Fachbegriffen und komplexen Zusammenhängen.
Die Folgen: Leserinnen fühlen sich überfordert und verlieren den Zugang zu deinem Buch.
Mein Tipp: Achte auf einfache und anschauliche Ausdrucksweise und einen aktiven, lebendigen Sprachstil. Bitte eine Person, die wenig bis nichts über dein Thema weiß, deine Texte zu lesen. Versteht sie, worum es geht? Wenn nicht, vereinfache deine Sprache – Klarheit schlägt Komplexität!
- Angst vor Sichtbarkeit und Kritik
Ein Punkt, an dem jeder Autor zwangsläufig irgendwann steht. Ein Buch zu veröffentlichen, bedeutet, sichtbar zu werden. Das macht dir Angst – was, wenn dein Buch negativ bewertet wird?
Die Folgen: Du vermeidest es, dein Buchprojekt wirklich voranzutreiben, weil du dich verletzlich fühlst.
Mein Tipp: Erinnere dich daran, WARUM du dieses Buch schreibst: um anderen mit deinem Wissen zu helfen. Stell dir in Gedanken vor, wie glücklich eine Person ist, die dein Buch gelesen hat, weil sie 20 Kg abgenommen hat, oder ihre Lebensfreude wiedergefunden hat oder endlich weiß, wie E-Mail-Marketing funktioniert … oder … oder … Jede kritische Stimme ist weniger bedeutsam als die positiven Veränderungen, die dein Buch in der Welt bewirken kann.
Schlussgedanke: Bleib dran!
Ein eigenes Expertenbuch zu schreiben, ist eine wunderbare Möglichkeit, dein Wissen weiterzugeben und andere zu inspirieren. Lass dich von Hindernissen nicht entmutigen – jeder Stolperstein bringt dich deinem Ziel näher.
Atme tief durch, setz dich an den Schreibtisch und leg los! Wenn du möchtest, bin ich dabei an deiner Seite.
Herzlich, Deine Andrea